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Ehrenamtliche singen jetzt regelmäßig im Kindergarten – Singepatinnen und -paten erhalten Urkunden – Kinder freuen sich schon auf „ihre“ Singepaten.

20 April 2011 Noch kein Kommentar
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Ab sofort sind 19 junge und junggebliebene Bad Kreuznacherinnen und Bad Kreuznacher offizielle „Singepatinnen und Singepaten“. Seit Anfang März hatten die Ehrenamtlichen an einer speziellen Ausbildung teilgenommen. Dabei hatten sie nur ein Ziel im Blick: Regelmäßig mit Kindern in Kindergärten und Tagesstätten zu singen. Finanziert wird das Projekt der Sindelfinger Stiftung „Singen mit Kindern“ von Herzenssache e.V. Die Kinderhilfsaktion des SWR und SR fördert die Sing-Ausbildung länderübergreifend in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.
Die treibende Kraft hinter dem bürgerschaftlichen Engagement in Winzenheim war Liesel Essig. Als die 73-jährige von dem Singepaten-Projekt hörte, rief sie sofort bei Herzenssache an und fragte, wie sie dabei mitmachen könne. Ihr Ziel war es, selbst als Singepatin für die Bad Kreuznacher Kinder tätig zu werden. Sie wollte einfach etwas Gutes tun! Doch bisher gab es die Ausbildung in ihrer Nähe nicht. Monatelang plante sie und sprach mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Am Ende konnte sie 20 Mitstreiter dafür gewinnen, sich zu Singepaten ausbilden zu lassen und sich damit zu verpflichten, regelmäßig mit Kindern zu singen.
So wurde durch die Hilfe von Herzenssache nun ein eigener Kurs in Winzenheim möglich, der von der erfahrenen Referentin Maria Löhlein-Mader durchgeführt wurde.
„Eine Sache werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, erzählt Liesel Essig, „weil das so ein schönes Erlebnis für mich war. Ich war vielleicht 13 oder 14 und sang bei uns im Schulchor. Damals gab es im Gegensatz zu heute ja noch Schulchöre. Unser Rektor hatte mit uns ein Lied eingeübt, denn in Mainz war ein Jugendsängerfest. Als wir dann mit unserem Chor vor dem Theater standen, war ich ganz aufgeregt, denn der ganze Platz war voll mit Menschen und anderen Schulklassen. Aber als wir dann vor dieser riesigen Menge als Chor sangen, da war meine Aufregung wie weggeblasen“. Noch heute hat Liesel Essig strahlende Augen, wenn sie von diesem Erlebnis erzählt und fügt erneut bekräftigend hinzu: „Das werde ich niemals vergessen, so schön war das!“. So ist sie auch bis heute dem Singen treu geblieben. „Aber die Jüngsten bei uns im Chor sind um die 50, es kommen keine jungen Leute mehr nach“, klagt sie, „dabei singen wir auch junge Lieder und Stücke in Englisch“, und erklärt: „Als ich Kind war, hat fast jeder im Chor gesungen.“ Ihre Vermutung: Die Kinder und Jugendlichen können einfach nicht mehr singen und haben daher keinen Bezug dazu, weil sie es nie gelernt haben. „In den Kindergärten und Grundschulen wird ja heute kaum noch gesungen, und ich möchte gerne etwas dazu beitragen, den Kindern diese Freude am Singen, die ich selbst erlebt habe, auch wieder nahezubringen“, so Essig. Der Erfolg gibt ihr Recht, und stolz resümiert sie: „Von allen Teilnehmern in dem Kurs ist nur einer abgesprungen, aber er hat schon gefragt, wann der nächste Kurs stattfindet“.  Foto: Bruno Nonninger
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