lifetime poker evenslifetime-kreuznach - Ihr Stadtmagazin für Bad Kreuznach
Home » Allgemein

Im zweiten Anlauf zum Traumberuf

19 April 2011 Noch kein Kommentar
Schlagwörter: , ,

Agentur für Arbeit führte Ausbildungsbetrieb und Azubi zusammen – Im letzten August hatte es endlich mit einer Ausbildungsstelle geklappt, Roman Schmitt (17) war damals sehr froh. Schließlich war der Weg dorthin nicht ganz leicht. Umso größer war die Enttäuschung über den Abbruch der Ausbildung im vergangenen Dezember.


Aber innerhalb weniger Monate hatte der ehemalige Realschüler einen neuen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Nach dem Schulabschluss und mit einem durchwachsenen Zeugnis in den Händen fand Roman erst mal keine Ausbildungsstelle. Im August 2009 begann er deshalb eine berufsvorbereitende Maßnahme der Agentur für Arbeit und im November konnte er in ein Langzeitpraktikum bei einem Elektrobetrieb einsteigen. Das Praktikum verlief gut und damit stieg auch die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Ein Jahr nach seinem Schulabschluss begann Roman dann die Ausbildung zum Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, im Praktikumsbetrieb. Nach weniger als fünf Monaten aber spielte er schon mit dem Gedanken aufzuhören. Die praktische Ausbildung war sehr einseitig und so fiel auch die Theorie in der Berufsschule schwer.
Roman hatte über diese Schwierigkeiten Zweifel an dem ausgewählten Beruf bekommen und den Spaß daran verloren. In der Familie Schmitt wurde über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel deshalb viel über die Ausbildung gesprochen: „Abbrechen oder Durchhalten, diese Entscheidung machten wir uns nicht leicht“, erinnern sich Roman und seine Eltern.
Die elterliche Unterstützung half ihm in den nächsten Tagen und Wochen sehr weiter. Im neuen Jahr machte sich Roman mit seinem Vater zusammen auf den Weg zur Arbeitsagentur. Mit einer Berufsberaterin wollte er besprechen, wie es weitergehen soll. Im BIZ fand er in der Jobbörse eine Ausbildungsstelle, die ihn auf Anhieb interessierte. Sofort fragte er bei der Firma Graphic Druck nach. Geschäftsführer Daniel Großnick hatte auf Anhieb einen positiven Eindruck von dem jungen Mann.

Das Familienunternehmen, das seit 1977 in Bad Kreuznach besteht und gemeinsam von Druckermeister Kurt Sünder und Druckkaufmann Hartmut Großnick aufgebaut wurde, ging vor sieben Jahren an die zweite Generation über. Viele Kunden sind Winzer, die ihre Etiketten, aber auch Informationsbroschüren und Preislisten, drucken lassen. Spezialisiert hat sich der Betrieb auf Werbematerial mit besonderer Folienprägung und Veredelungen. Die Söhne Daniel Großnick und Christoph Sünder führen das Geschäft im Sinne ihrer Väter weiter. Dazu gehört auch die Ausbildung von Lehrlingen, womit die beiden nach dem Umzug in ein großzügiges neues Firmengebäude im Planiger Gewerbegebiet endlich beginnen wollten. Großnick hatte aus diesem Grund bereits Ende Oktober mit seinem persönlichen Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur, Mirko Kohl, Kontakt aufgenommen und seine Anforderungen für einen Azubi zum Drucker – Fachrichtung Flachdruck – formuliert. Er hatte bereits zuvor einen Mitarbeiter mit Hilfe der Arbeitsvermittler gefunden. Weil damals kein passender Bewerber in Bad  Kreuznach zu finden war, nutzte die Arbeitsagentur ihr bundesweites Netz und fand den geeigneten Mann in Wiesbaden.

Er ist heute noch dort beschäftigt und eine wichtige Kraft in dem Betrieb mit insgesamt zehn Mitarbeitern. Roman Schmitt, Daniel Großnick und Christoph Sünder nahmen sich im Januar - nach abgeschlossenem Umzug – zwei Wochen Zeit für ein Praktikum, um sich kennenzulernen. Danach stand für alle fest, dass es passte. Roman wurde von den neuen Kollegen gut aufgenommen. Seine ruhige, besonnene, manchmal etwas schüchterne Art, kommt gut an. Sünder, der Romans Ausbilder sein wird, lernt ihn bereits an der klassischen Buchdruckmaschine an. „Dort bekommt er ein gutes Gefühl für Papier und Farbe“, weiß Sünder. „Wichtig für unseren Beruf sind Genauigkeit und exaktes Arbeiten. Dass er das hat, hat Roman bereits in den wenigen Wochen, in denen er bei uns ist, bewiesen“, lobt Sünder.

 

Seit Februar arbeitet Roman als Aushilfe und bereitet sich so auf die Ausbildung, die im August beginnt, vor. Der Vertrag ist bereits unterschrieben. So hat es Roman im zweiten Anlauf mit Unterstützung geschafft: „Dieser Beruf macht mir großen Spaß, es ist schon jetzt sehr abwechslungsreich“, ist Roman begeistert. Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Die Kraft der Farbe“. Dass er die spürt, ist ihm bei jedem Handgriff anzumerken. „Genau so haben wir uns unseren ersten Azubi vorgestellt“, betonen Großnick und Sünder.

Themenbereich: Allgemein | Artikel-Links: Trackback URL | Permalink
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...