Im zweiten Anlauf zum Traumberuf
Agentur für Arbeit führte Ausbildungsbetrieb und Azubi zusammen – Im letzten August hatte es endlich mit einer Ausbildungsstelle geklappt, Roman Schmitt (17) war damals sehr froh. Schließlich war der Weg dorthin nicht ganz leicht. Umso größer war die Enttäuschung über den Abbruch der Ausbildung im vergangenen Dezember.
Das Familienunternehmen, das seit 1977 in Bad Kreuznach besteht und gemeinsam von Druckermeister Kurt Sünder und Druckkaufmann Hartmut Großnick aufgebaut wurde, ging vor sieben Jahren an die zweite Generation über. Viele Kunden sind Winzer, die ihre Etiketten, aber auch Informationsbroschüren und Preislisten, drucken lassen. Spezialisiert hat sich der Betrieb auf Werbematerial mit besonderer Folienprägung und Veredelungen. Die Söhne Daniel Großnick und Christoph Sünder führen das Geschäft im Sinne ihrer Väter weiter. Dazu gehört auch die Ausbildung von Lehrlingen, womit die beiden nach dem Umzug in ein großzügiges neues Firmengebäude im Planiger Gewerbegebiet endlich beginnen wollten. Großnick hatte aus diesem Grund bereits Ende Oktober mit seinem persönlichen Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur, Mirko Kohl, Kontakt aufgenommen und seine Anforderungen für einen Azubi zum Drucker – Fachrichtung Flachdruck – formuliert. Er hatte bereits zuvor einen Mitarbeiter mit Hilfe der Arbeitsvermittler gefunden. Weil damals kein passender Bewerber in Bad Kreuznach zu finden war, nutzte die Arbeitsagentur ihr bundesweites Netz und fand den geeigneten Mann in Wiesbaden.
Er ist heute noch dort beschäftigt und eine wichtige Kraft in dem Betrieb mit insgesamt zehn Mitarbeitern. Roman Schmitt, Daniel Großnick und Christoph Sünder nahmen sich im Januar - nach abgeschlossenem Umzug – zwei Wochen Zeit für ein Praktikum, um sich kennenzulernen. Danach stand für alle fest, dass es passte. Roman wurde von den neuen Kollegen gut aufgenommen. Seine ruhige, besonnene, manchmal etwas schüchterne Art, kommt gut an. Sünder, der Romans Ausbilder sein wird, lernt ihn bereits an der klassischen Buchdruckmaschine an. „Dort bekommt er ein gutes Gefühl für Papier und Farbe“, weiß Sünder. „Wichtig für unseren Beruf sind Genauigkeit und exaktes Arbeiten. Dass er das hat, hat Roman bereits in den wenigen Wochen, in denen er bei uns ist, bewiesen“, lobt Sünder.
Seit Februar arbeitet Roman als Aushilfe und bereitet sich so auf die Ausbildung, die im August beginnt, vor. Der Vertrag ist bereits unterschrieben. So hat es Roman im zweiten Anlauf mit Unterstützung geschafft: „Dieser Beruf macht mir großen Spaß, es ist schon jetzt sehr abwechslungsreich“, ist Roman begeistert. Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Die Kraft der Farbe“. Dass er die spürt, ist ihm bei jedem Handgriff anzumerken. „Genau so haben wir uns unseren ersten Azubi vorgestellt“, betonen Großnick und Sünder.




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