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Konjunkturaufschwung: Mehr Mut zur Existenzgründung

15 April 2011 Noch kein Kommentar
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Nach einer Meldung der Deutschen Presse Agentur (dpa) vom 14.04.20011 wagen in Deutschland wieder mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit: Nach Angaben der staatseigenen Förderbank KfW gründeten im vergangenen Jahr 936.000 Jungunternehmer und damit 66.000 mehr als im Vorjahr. „Dies ist der zweite Anstieg in Folge, diesmal hat der Konjunkturaufschwung dem Gründungsgeschehen einen Schub gegeben“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Im Krisenjahr 2009 hatten sich hingegen oft Arbeitslose selbstständig gemacht, weil sie nur noch wenig Hoffnung auf eine abhängige Beschäftigung hatten.

Die KfW erwartet, dass die Zahl der Unternehmensgründer im laufenden Jahr wieder zurück gehen wird, sagte Irsch: „Die geringere konjunkturelle Dynamik und eine weitere Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt werden sich im Zusammenspiel dämpfend auswirken.“ Allerdings seien Existenzgründer wichtig für den Erneuerungsprozess der Wirtschaft: „Sie beleben den Wettbewerb, indem sie selbst als Anbieter auftreten und Bestandsunternehmen immer wieder zu Effizienzsteigerungen und Neuerungen anhalten.“

Im vergangenen Jahr entstanden durch Neugründungen ca. 582.000 Vollzeitjobs. Obwohl nur 28 Prozent der Gründer Mitarbeiter haben, übertraf der Beschäftigungseffekt die Werte der vergangenen Jahre deutlich: 2008 schafften Existenzgründer 447.000 Stellen, 2009 waren es 517.000. In den Zahlen werden von der KfW neben Gewerbeanmeldungen auch Nebenerwerbsprojekte und die Freien Berufe erfasst.

Allerdings bieten nur zwei von drei neu geschaffenen Stellen eine langfristige Perspektive: Drei Jahre nach dem Start hat ein Drittel (32 Prozent) der Jungunternehmen seine Geschäftstätigkeit schon wieder beendet.

Dynamisch war das Gründergeschehen 2010 vor allem in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. In den Ballungsräumen seien die Voraussetzungen besonders günstig, erläuterte Irsch: „Dort treffen große lokale Absatzmärkte mit einem breiten Angebot an Qualifikationen auf den Arbeitsmärkten sowie einer ausgebauten Infrastruktur zusammen.“

Im Ranking der Bundesländer folgten die vier wirtschaftsstärksten Flächenstaaten Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Ostdeutsche Bundesländer weisen dagegen geringere Gründerquoten auf, sagte Irsch: „Eine höhere Kaufkraft in den wohlhabenden Regionen führt zu günstigen Nachfragebedingungen. Neue Geschäftsideen haben dort bessere Chancen, von den Kunden angenommen zu werden.“

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