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Sommer der Unwetter – Verhaltensregeln bei Gewitter!

8 Juni 2011 Noch kein Kommentar
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Wenn nach einem heißen Sommertag die Wolken immer mehr in die Höhe schießen und zunehmend dunkler werden, dann heißt es vorsichtig sein: mit hoher Wahrscheinlichkeit ist ein Gewitter in Anmarsch!

„Wer sich dann noch im Freien befindet ist besonders gefährdet. Eins gleich vorweg, den Spruch „Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen“ kann man getrost vergessen, denn er ist völliger Unsinn“ erklärt Wetter-Experte Dominik Jung.

Ein Blitz kann genauso in eine Eiche, wie in eine Buche einschlagen. Hier
gilt: Baum ist Baum. Und gerade Bäume sind bei Gewittern ein gefährlicher
Unterschlupf, denn der Blitz mag kurze Wege! D.h. er versucht immer am
naheliegendsten Punkt seine Spannung abzugeben und da sind nun mal Bäume ein
geeignetes Ziel.

Somit sollte man bei Aufzug eines Gewitters schnell den Wald verlassen. Ist
dies nicht mehr möglich, dann am besten sich richtig klein machen und auf
den Boden in eine Mulde legen. Das gleiche gilt, wenn man auf offenem Feld
von einem Gewitter überrascht wird. Auch hier eine kleine Senke suchen und
klein machen, denn eine stehende Person ist ein ideales Einschlagsziel für
den Blitz.

Beim Freibadbesuch gilt: Sofort raus aus dem Wasser. Auch hier ist der
Körper ein idealer Angriffspunkt für den Blitz.

Die Chancen vom Blitz getroffen zu werden, sind zwar deutlich geringer als
einen Sechser im Lotto zu landen, dafür aber umso unerfreulicher! Ein
Blitzschlag verursacht nicht selten den Tod, zumindest jedoch schwere
Verbrennungen. Im Inneren eines Blitzes herrschen Temperaturen bis zu 30.000
Grad.

Wer übrigens wissen möchte, wie weit das Gewitter entfernt ist, der kann
sich einer einfachen Faustregel bedienen: Sieht man den Blitz nimmt man eine
Uhr mit Sekundenzeiger zur Hand und nimmt die Zeit bis man den Donner hört.
Alternativ kann man auch möglichst genau die Sekunden bis zum Donnergrollen
abzählen. Diese Zeit teilt man durch 3. Schon weiß man, wie viel Kilometer
das Gewitter noch entfernt ist. Folgen Blitz und Donner nahezu zeitgleich,
dann ist das Gewitter unmittelbar in der Nähe.

Kleines Rechenbeispiel: 12 Sekunden nach einem Blitz hört man den Donner -
12 geteilt durch 3 ergibt für das Gewitter eine Entfernung von ca. 4
Kilometern.

Relativ sicher ist man beim Gewitter in Gebäuden – vor allem mit
Blitzableitern – oder in Autos. Ein Auto wirkt wie ein sogenannter
Faradayscher Käfig. D.h. sollte ein Blitz einschlagen, so fließt er über die
Karosserie zur Erde ab. Allerdings sollte man beim Gewitter im Auto keine
Metallteile berühren.

In Gebäuden gilt: Fenster und Türen bei Aufzug eines Gewitters schließen.
Zum einen treten im Bereich von Gewittern nicht selten schwere Sturmböen
auf, zum anderen besteht auch die Gefahr, dass ein Blitz in die Wohnung
rauscht. Es gab in der Tat schon Ereignisse, wo dies der Fall war. Ein Blitz
raste quasi einmal durchs Wohnzimmer.

Ein Blitzableiter sollte an keinem Haus fehlen. Bei Einschlag leitet er den
Blitz kontrolliert zur Erde ab. Ist dieser nicht vorhanden, besteht die
Gefahr, dass er direkt auf das Gebäude überschlägt. Dort kann er in
Leitungen schwere Schäden anrichten und Brände auslösen. Es gibt Fälle von
Blitzeinschlägen bei denen aufgrund der enormen Hitze die Stromleitungen
quasi auf der Wand „herausgeschmort“ wurden.

Schlägt ein Blitz unmittelbar in der Nähe von Wohngebäuden ein, kann es in
der Umgebung kurzzeitig zu einer Überspannung kommen. Die Folge: elektrische
Geräte können durch den kurzzeitigen sehr hohen Spannungsstoß ins Jenseits
befördert werden. Der Autor kann davon ein Lied singen.

„Bei meinen Eltern wurden vor ein paar Jahren im Haus zwei Fernseher und ein
Modem zerstört. Die Überspannung wirkte auf das Modem so stark, dass es eine
Rolle vorwärts machte und auf dem Boden landete. Da war es dann mit dem
Surfen im Internet erstmal vorbei“ berichtet Jung.

Als Vorsichtsmaßnahmen sollten bei Aufzug eines Gewitters alle Geräte die
einem besonders lieb sind vom Stromnetz getrennt werden und zwar komplett
den Stecker aus der Dose ziehen und in rund 30 bis 50 cm Entfernung von der
Steckdose ablegen. Gleiches gilt auch für die Telefonleitung. Auch diese
sollte sicherheitshalber gezogen werden.

Ein Handy für Notrufe ist in diesem Fall jedoch sinnvoll.

„Die aktuelle Gewitterserie geht am heutigen Mittwoch erstmal zu Ende. Ab
Donnerstag ist es deutlich kühler. Gewitter gibt es dann kaum noch. Doch
schon ab Pfingsten wird es wieder täglich ein Stück wärmer und in der neuen
Woche liegen die Höchstwerte wieder im sommerlichen Bereich. Neue Gewitter
kündigen sich dann für die zweite Hälfte der Pfingstwoche an“ prognostiziert
Diplom-Meteorologe Jung.

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