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König braucht Bräute für Ritter

31 Juli 2011 Noch kein Kommentar
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König braucht Bräute für Ritter - Atelierheft Nr. 6: Ein neuer Roman von Walter Brusius mit Zeichnungen von Christine Fetz 

„Mit Hämmern ließ der König alle Wappen im Schloss entfernen. Ein Maler kam, am selben Tag, der dann einen weißen Schwan nach dem andern über die Türen malte. Das war das neue Wappen des Königs.“ So fängt die Geschichte vom König der Schwäne an, und am Ende sitzt der König im Zelt zwischen Kloster und Brauerei und ist bemüht, aus Erdnüssen Wein zu machen. Ein echter Walter Brusius also. Kuriositäten am laufenden Band begegnen dem Leser nun auch im sechsten Heft der Romanserie „Atelierhefte“.

Typisch für den Autor ist die unnachahmliche Mischung von Realität und Phantasie, wobei die Phantasie meist die Oberhand gewinnt und sich dann wuchernd ausdehnt. Sie sprudelt aus zahllosen Quellen und scheint schier unerschöpflich zu sein. Seit Juni 2010 ist nach „Der kopflose Hund“, „Landnahme“ „Die Kuh, die die Schokolade nicht vertrug“, „Ammer und Groß“ sowie „Der Feuerlöscher, Aufbruch zum Nordpol“ nunmehr das sechste Atelierheft erschienen, das Walter Brusius auf den Markt bringt, und noch ist kein Ende abzusehen. Weitere Geschichten stapeln sich.

Wer sich dem Fluss der Erzählweise von Walter Brusius anvertraut, kann immer etwas erleben. Diesmal zitiert der Autor den Leser nach London, man schreibt das Jahr 1211 im August. Wenn wir einfach mal bei Kapital 9 einsteigen, sehen wir, dass der König der Schwäne von tiefen Sorgen gequält wird, denn immer wieder kommt ein Ritter zu ihm, der eine Braut verlangt. Als König ist er verantwortlich, dass genügend Bräute in England zur Verfügung stehen. Echt stressig.

Für Spaß ist also gesorgt. Aber auch für Spannung. Ein polnischer Einwanderer, der in London vor großem Publikum in der Rüstung der Jungfrau von Orleans auftritt – so erfährt der Leser, der bis Kapital 19 vorgedrungen ist -, wird in dem Moment versehentlich erschlagen, als er den Helm abnimmt. Das haut hin.

Dem Autor Walter Brusius geht es in seinen Geschichten vor allem um Persiflage, in dem vorliegenden Fall um eine ironisierende Darstellung des Historienromans . Das wimmelt nur so von kuriosen Personen und skurrilen Inszenierungen. Manchmal hat man das Gefühl, dass Brusius dabei vor allem an seine Illustratoren denkt, denn für sie sind diese Geschichten wahre Fundgruben an Motiven.

So hat auch Christine Fetz, die den „König der Schwäne“ mit dem Zeichenstift begleitete, das abwechslungsreiche Geschehen mit geradezu märchenhaft anmutenden Bildern versehen. Starke Konturen erinnern an alte Holzschnitte, nehmen aber auch den Stil der modernen Comics auf. Die 1984 in Bad Kreuznach geborene Zeichnerin, die seit 2007 Design mit Schwerpunkt Illustration zunächst an der Fachhochschule Münster und zur Zeit an der Academy of Arts and Design in Jerusalem studiert, erzählt die Geschichte manchmal noch ein Stückchen auf ihre Weise. So soll es sein. Wie bisher sind auch hier die Zeichnungen nicht mit Bildtexten versehen, eine Zuordnung bleibt dem Leser überlassen.

Heftgestalter Peter Decker hat diese Bilder zusammen mit kalligraphischen Textanläufen aufs Blatt gebracht und so Typographie und Illustration optimal verbunden. Die Trölenbergs im Antiquariat Taberna Libraria, Mannheimer Straße 80, übernehmen auch diesmal wieder den Alleinverkauf des Heftes.  

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