20 Jahre Partnerschaft mit der Synodalregion Rubengera in Ruanda
20 Jahre Partnerschaft mit der Synodalregion Rubengera in Ruanda feierte der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan. In der Bergkirche Waldböckelheim, wo 1991 der Vertrag über die Partnerschaft geschlossen wurde, begrüßte Pfarrer Peter Fuhse im Festgottesdienst zum Jubiläum mehr als 200 Gäste, darunter vier aus Rubengera.

Fidèle Sibomana, Regionalpräsident der Eglise Presbytérienne au Rwanda, Emmanuel Hakizimana, Präsident des Partnerschaftskomitees, Andréanne Kabazayire, Vorsitzende des Diakonie-Ausschusses und Michel Uwimbabazi, Finanzsekretär des Partnerschaftskomitees, kamen vor zwei Wochen in den Kirchenkreis, um die Gemeinden zu besuchen, die seit zwei Jahrzehnten die Partnerschaft durch ehrenamtliche Arbeit und Spenden für Entwicklungsprojekte tragen. Vor allem die Hilfe für Kinderfamilien nach dem Bürgerkrieg 1994 und später für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Aids starben, fand breite Unterstützung durch Paten und Spender. Diese Anstrengungen würdigten beim Empfang im Bürgerhaus zahlreiche Ehrengäste aus Bundes- und Landtag, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Vereinten Evangelischen Mission.
„Ein leuchtendes Beispiel“ nannte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz-Ruanda, Dr. Richard Auernheimer, die Arbeit des Synodalen Fachausschusses Ruanda unter Vorsitz von Margot Holbach und sprach damit den Mitgliedern auch im Namen der beiden Vertreterinnen des Innenministeriums Dank und Anerkennung aus. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit zeigten sie ein positives Bild von Deutschland in der Welt. Wie zuvor Auernheimer betonte der Bundestagsabgeordnete Fritz Rudolf Körper (SPD) – auch im Namen seines Landtagskollegen Karsten Pörksen – den Stellenwert der Partnerschaft mit Ruanda über die Grenzen aller Fraktionen hinweg. Sie sei eine Beziehung zwischen den Menschen, bei der es nicht auf Prestige-Projekte ankomme.
„Wir haben in guten und in schweren Zeiten zusammengehalten“, betonte Margot Holbach in ihrem Rückblick auf zwei Jahrzehnte Partnerschaft. Sie schilderte die Anfänge, als man verblüfft festgestellt habe, dass es den Freunden in Ruanda viel stärker auf einen geistlichen Austausch als auf materielle Hilfe ankam. Die größte Bewährungsprobe erlebte die Beziehung während des Bürgerkriegs in Ruanda, der mehr als 800 000 Menschen das Leben kostete und von dessen Auswirkungen die Partnerkirche schwer betroffen war.
Auf diese schweren Zeiten ging auch Superintendent Marcus Harke in seiner Predigt im Gottesdienst ein. Er schlug einen Bogen von der Geschichte des Propheten Elia zu den Ereignissen des Völkermords in Ruanda. „Der Gott des Lebens wirkt in einer so verzweifelten Situation unmittelbarer denn je“, betonte Harke. Pastor Fidèle Sibomana stellte den Gedanken des Teilens in den Mittelpunkt seiner Ansprache. „Das ist auch die Basis unserer Partnerschaft“, erklärte er, als er den Bericht über die Speisung der Fünftausend aus dem Neuen Testament auslegte. Die Festgäste erlebten einen Gottesdienst, in dem Orgel- und Posaunenklänge bestens mit Trommeln aus Ruanda und dem Chor der „Regenbogensänger“ harmonierten.
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Eine Fahne mit vielen Symbolen rund um die Partnerschaft überreichte Margot Holbach an die Gäste aus Rubengera. Von links: Michel Uwimbabazi, Andréanne Kabazayire und Regionalpräsident Pastor Fidèle Sibomana.
Text: Marion Unger




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