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Stadtgeschichte: Kalksteinrelief am Fischerturm

16 September 2011 Noch kein Kommentar
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Das Bad Kreuznacher Fischerstechen hat sich über die Jahrzehnte zu einem der schönsten Volksfeste in der Region entwickelt, Das Fest geht auf die Tradition der Nahefischer zurück.  Noch heute zeugt das Kalksteinrelief am Fischerturm auf der Wilhelmsbrücke von diesem Teil der Stadtgeschichte. „Unsere alten Nahefischer sind auch in der Mauer des Kurfürstlichen Schlosses in Koblenz zu sehen“, freute sich Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer als sie bei einem Besuch der Bundesgartenschau vor der 2,80 Meter hohen und 1,40 Meter langen Marmorplatte stand.

 

Auch wenn das Koblenzer Relief von Professor Ludwig Cauer bereits 1915 vom „Preußischen Ministerium  der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten“ für 10.000 Reichsmark  gekauft und der Stadt Koblenz geschenkt wurde. Bei diesem Auftrag hatte der berühmte  Spross der Bad Kreuznacher Bildhauerdynastie seine Heimat im Sinn, ist die Oberbürgermeisterin überzeugt. „Da standen die Nahefischer Pate“. Professor Cauer lebte und wirkte  zu jener Zeit in Berlin und kehrte 1918 nach Bad Kreuznach zurück.

 

Der Vorsitzende der Bad Kreuznacher Cauer-Gesellschaft, Gernot Meyer-Grönhof, vermutet,  dass das Kalkstein-Relief, seit 1932 am Fischerturm, einst Entwurf für den Koblenzer Auftrag war und  Ludwig Cauer es später an seine Heimatstadt verkaufte.

 

Übrigens: Um das Original gab es einen kleinen Skandal.  In der Beschreibung der Koblenzer Kulturdenkmäler heißt es zum Fischerrelief bei Wikipedia: „Das Geschenk führte zu Kontroversen in der Stadtverordnetenversammlung und in der Koblenzer Bevölkerung.“ Bei einem der vier Fischer, die die Netze einholen, war das Geschlechtsteil zu sehen. Cauer lehnte es ab, diese Stelle abzuflachen oder mit einem Feigenblatt zu bedecken. Nach langen Diskussionen wurde das Relief 1917, zwei Jahre nach dem Kauf, doch in die Mauer eingelassen.  

 

 

 

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