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Weinbau und Baukultur

11 September 2011 Noch kein Kommentar
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In Waldböckelheim baut das Büro stereoraum Architekten aus Wörrstadt eine Vinothek, die sich mit ihrer geradlinigen, reduzierten Gestaltung harmonisch in die Umgebung einfügt. Nun wurde Richtfest gefeiert. 

 Seit 1996 führen Gerd und Ute Funck das Weingut Funck-Schowalter in Waldböckelheim bereits in dritter Generation, doch mehr und mehr bestimmt der Nachwuchs die Richtung des Traditionsunternehmens. Für Sohn Thomas Funck, Jungwinzer und Mitglied der Winzergruppe „Nahe Sieben“, besteht Weinkultur schon lange nicht mehr nur aus urigen Weinstuben und Verkostungen unter Weinlaub.
So hatte er vor einigen Monaten die Idee, eine moderne Vinothek mit einem Flaschenlager neben dem alten Stammhaus von 1880 zu errichten. Ein passendes Architekturbüro war für diese Bauaufgabe schnell gefunden: Das junge Architektenteam Paul Mandelkow, Eva Holdenried und Oliver Sommer aus dem nicht weit entfernten Wörrstadt überzeugte die Bauherren mit einem ungewöhnlichen Entwurf für den Neubau. Statt auf spitze Giebel und verschnörkelte Details setzen sie auf einen schlichten Baukörper mit Flachdach, der sich ganz auf den Innenraum konzentriert. Paul Mandelkow erklärt das Konzept: „Die Vinothek nimmt sich durch ihre klare Form gegenüber der Umgebung zurück, der Blick auf die Bergkirche bleibt so ungestört. Außerdem greifen wir mit dem Thema Stützmauer ein typisches Element alter Weinberge auf. Die in die Bruchsteinmauern eingelassenen Treppen interpretieren wir neu, indem wir den Eingang, ähnlich wie die Treppen, kubisch einschneiden.“ Auch für die Inneneinrichtung sind stereoraum Architekten zuständig. Parallel zum Bau werden zurzeit die Möbel für die Präsentation der Weine entworfen sowie Sitzelemente und Stehtische. Für eine angenehme Lichtatmosphäre im Inneren soll der Lichtplaner Andreas Becker aus Bad Kreuznach sorgen.
„Wein und Architektur haben etwas gemeinsam: Sie sind Ausdruck von Kultur. Mit unserer Vinothek haben wir bald einen würdigen Rahmen, um unsere Weine stilvoll zu präsentieren“, sagt Thomas Funck während des Richtfests. Für ihn stehe der Neubau auch symbolisch für einen nächsten Generationenwechsel im elterlichen Betrieb. Ute Funck ergänzt: „Die ganze Familie ist stolz auf das neue Gebäude und freut sich auf die Fertigstellung, die im Dezember 2011 geplant ist.“ Selbstverständlich gab es zum Richtfest auch einen besonderen Wein: Eigens für den Anlass wurde der 2010er „Fundament“ abgefüllt.
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