Erfolgreiche Taubenbekämpfung in Bad Kreuznach
Es gibt sicherlich nur einen Menschen, der bei Bad Kreuznachs Stadttauben so willkommen ist wie er:
Sascha Weiland aus Bad Kreuznach. Wenn er das Türmchen Peffermiehl bzw. das leer stehende Gebäude in der Bastgasse betritt, bleiben die Vögel gelassen. Der 36-Jährige Mitarbeiter des städtischen Bauhofes füllt frisches Wasser und Futter in die Behälter und kehrt den Boden. Zuvor hat er sich eine Atemschutzmaske angezogen und tauscht die Eier in den Nestern gegen Kunststoff-Attrappen aus. Eine Geburtenkontrolle der sanften Art, für die die Stadt Bad Kreuznach im Jahr 2007 mit dem Landestierschutzpreis ausgezeichnet wurde.
Als erste Stadt in Rheinland Pfalz hatte sich Bad Kreuznach im Jahr 2005 entschieden, die Taubenkotplage nach dem sogenannten Augsburger Modell zu bekämpfen, wonach die Tiere in kontrollierte Verschläge gelockt und gut gefüttert und versorgt werden, so dass sie sich dort die meiste Zeit des Tages aufhalten. Jede Taube verursacht pro Jahr rund 10 Kilo Kot. Gelingt es, die Tauben in Verschläge zu locken, fallen dort rund 80 Prozent an, so dass die Stadt wesentlich sauberer bleibt.
„Das funktioniert. Es gibt in der Stadt weitaus weniger Tauben als noch vor ein paar Jahren“, ist nicht nur deren Betreuer Sascha Weiland überzeugt. Von Anfang an hat die Stadt mit dem Bundesverband „Menschen für Tierrechte“ zusammen gearbeitet. Dr. Christiane Baumgartl-Simons vom Bundesvorstand: „Unsere Erfahrungen aus gut 50 Städten zeigen, dass die Geburtenkontrollen nach fünf bis sechs Jahren spürbar greifen. So ist es auch in Bad Kreuznach. Der Erfolg kommt nicht automatisch durch das Stadttaubenkonzept, sondern ist vor allem dem fachkundigen Handeln von Herrn Fischer und dem Tierverstand von Herrn Weiland zu verdanken. Auf dass weitere Kommunen diesen mustergültigen Einsatz kopieren.“ Über so viel Lob und Dank bei den engagierten Mitarbeitern freut sich natürlich auch Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer. „Das ist uns für auch eine Verpflichtung, diesen erfolgreichen Weg auch weiter zu beschreiten.“
Auch die Statistik belegt die gute Entwicklung: Seit März 2006 bis Ende September 2011 wurden rund 11.000 Eier ausgetauscht, davon etwa 2500, die aus wilden unkontrollierten Brutstätten entnommen wurden. „Es werden immer weniger Eier, weil es in der Stadt immer weniger Tauben gibt“, so Weiland.
„Wir wären schon viel weiter, wenn es in der Stadt nicht so viele verkommene meist unbewohnte Häuser gäbe, die ideale Brutstätten für die Tauben sind“, beklagt Thomas W. Fischer, der in der Verwaltung für die Betreuung dieses Projektes zuständig ist. In diesen Gebäuden stapelt sich zudem der Taubenkot. In einigen Fällen konnte Abhilfe geschaffen werden, Die Eigentümer ließen die Dachböden reinigen und so abdichten, dass sich dort keine Tauben mehr einnisten können. Daher appelliert Fischer an die Hauseigentümer in solchen Fällen mit der Stadt zusammenzuarbeiten und diese Probleme gemeinsam zu lösen. Außerdem erinnert er an das Verbot, Tauben zu füttern Informationen dazu gibt es unter Telefon 800745 oder E-Mail: thomas.fischer@badf-kreuznach.de
Die Betreuung der beiden Taubenschläge ist mindestens noch bis September 2012 gesichert. Denn solange läuft der Zeitvertrag von Sascha Weiland, der zur Mannschaft „Grünflächenpflege“ gehört. Drei Mal die Woche arbeitet er jeweils zwei Stunden in den Taubenschlägen, die alle sechs Wochen gründlich gesäubert werden. Sogar in seinem Urlaub kümmert sich Sascha Weiland um die Tauben. Denn er liebt Tiere, hat zu Hause Zebrafinken und einen Hund, Das spüren offensichtlich die Stadttauben, denn sie haben schnell Vertrauen zu ihm gefunden. Eine ist sogar recht zutraulich. Wegen ihrer auffälligen Gefiederfarbe hat sie als einzige einen Namen: „Brauni“.





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