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24 Oktober 2011 Noch kein Kommentar
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 Wohnungslosenhilfe im Fokus beim Jahresfest Stiftung kreuznacher diakonie

„Wir können nicht von Inklusion sprechen, wenn wir Menschen in Armut immer weiter an den Rand drängen.“ Die Podiumsdiskussion beim Empfang zum 122. Jahrestag der Stiftung kreuznacher diakonie am 23. Oktober 2011 stellte die Themen Armut und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt.

Der Anteil der Armen ist den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, ihr Durchschnittseinkommen gleichzeitig gesunken. Die Mitarbeitenden der Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie erfahren dies hautnah in ihrer täglichen Arbeit. Carsten Pörksen, Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz, Diakon Frieder Zimmermann, Geschäftsführer Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie, Sr. Basina Kloos, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Diakonin Heike Gatzke, Älteste der Diakonischen Gemeinschaft Paulinum und Mehtap Zengince-Pauli, Mitarbeiterin im Café Bunt der Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie, erörterten Defizite und Notwendigkeiten im Umgang mit Armut in unserer Gesellschaft.

Zimmermann verwies auf die gravierende Unterfinanzierung ambulanter Angebote wie den Tagesaufenthalt für Frauen, Café Bunt. Das Café Bunt erhält bei einem Jahresetat zwischen 80.000 und 100.000 Euro ganze 7.000 Euro Zuschüsse von Stadt und Kreis Bad Kreuznach. Mehr als 90 Prozent müssen aus Spenden aufgebracht werden. Landes- und Lokalpolitiker Pörksen hält daher angekündigte Steuersenkungen nicht für realistisch: „Gerechtigkeitslücken kann man nur mit mehr Geld schließen.“

In der Gesellschaft muss das Bewusstsein ankommen, dass wohnungslose Menschen eine Würde haben, betonte Generaloberin Sr. Basina. Da sie häufig unverschuldet in Not geraten sind, sei es notwendig, ihnen eine Stimme zu verleihen, um ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen. Sie sieht zudem Handlungsbedarf und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten mit der Stiftung kreuznacher diakonie im Bereich der Jugendhilfe für junge Mütter, die nicht alleine zu Recht kommen.

Auf immer weiter auseinanderklaffende Besitzverhältnisse wies Diakonin Heike Gatzke hin. Um positive Impulse setzen und aktiv werden zu können, hat die Diakonische Gemeinschaft in diesem Jahr die „Stiftung Armut“ gegründet, die mit 100.000 Euro aus dem eigenen Vermögen der Gemeinschaftsmitglieder ausgestattet ist. „Mit einer Stiftung kann jeder helfen“, sagte Gatzke. Ihr Ziel: „In einigen Jahren kommen Gelder für Café Bunt aus unserer Stiftung.“

 

Die Fachrunde aus Kirche, Diakonie und Politik war sich einig, dass Armut jeden treffen könne – und dass Betroffene Anspruch auf Unterstützung und Gerechtigkeit haben. „Ein bisschen mehr Widerstand!“ forderte abschließend Zimmermann und appellierte an Diakonie und Kirche, sich einzumischen, wenn es um eine bessere Lobby für Wohnungslose geht.

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