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Mächtige Frauen in biblischer Zeit Die Herodianerinnen –

10 Oktober 2011 Noch kein Kommentar
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Das Zeug für eine Soap-Opera hätte heute die antike Familiengeschichte, der Dr. Ronja Jacob am Freitag, 4.11., 19.00 Uhr im Haus des Gastes nachspürt, wäre sie nicht blutiger Ernst. In das Palästina zur Lebenszeit Jesu führen die Geschichten, die Ronja Jacob auf Einladung des Fördervereins für das Frauenhaus und der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH erzählt.

König Herodes (gest. 4 n.Chr) und seine Nachkommen regierten im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung im heutigen Palästina. Sie waren Könige von Roms Gnaden und kooperierten eng mit den römischen Machthabern. Ihr Image ist miserabel: Kindermord von Bethlehem, Christenfeindlichkeit, Familienkabale, Inzest und Verwandtenmord, die Tötung Johannes des Täufers und des Apostels Jakobus – alles das soll auf das Konto der turbulenten Herrscherfamilie gehen.

In einer von Männern dominierten, gewalttätigen Welt spielten bei den Herodianern die Frauen eine zentrale Rolle und trugen ihren Teil zur durchaus zeittypischen Kriminalgeschichte der Familie bei.

Die Theologin Dr. Ronja Jacob stellt vier dieser Frauenpersönlichkeiten vor und versucht sich ihnen als zeitgebundenen Menschen zu nähern. Da ist einmal Mariamme, eine stolze hamonäische Prinzessin, die mit König Herodes alle die Kinder in die Welt setzte, die und deren Nachkommen in den nächsten Jahrzehnten die Szene im alten Palästina beherrschen sollten. Herodes hat die von ihm geliebte, charismatische Frau als Giftmischerin töten lassen, weil er wiederum den Einflüsterungen seiner von Neidgefühlen geplagten Schwester Salome I. folgte – und diese Schuld zeitlebens nicht verwandt. Gerade am Beispiel von Salome zeigt die Theologin die ungewöhnliche Machtfülle die in Ausnahmefällen auch einer Frau zufallen konnte.

Weltberühmt ist die Ehe von Herodes Sohn, Herodes Antipas mit Herodias. Beide trennten sich skandalös von ihren Partnern und folgten dabei Macht- und Besitzgier ebenso wie erotischer Anziehung. Unsterblich machte sich Herodias dadurch, wie sie ihren freimütigen Kritiker Johannes der Täufer zum Schweigen gebracht haben soll: ein Schleiertanz der Tochter Salome versetzte den König in die rechte Stimmung, um die Enthauptung des heiligen Mannes zu erwirken. Gerade die junge Salome ist aber eine Persönlichkeit, die man auf diese Episode, nicht reduzieren darf. Sie verlebte gute Jahre fernab der palästinensischen Wirren unbeschwert an der Seite ihres Onkels und Ehemannes, des kultivierten und volksnahen Philipp.

Der Vortrag, der mit Bildern illustriert wird, schildert Frauenleben, die in das Rad von Macht und Gewalt eingespannt sind. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für das Frauenhaus wird gebeten.

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