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„Wir konnten sehen, wie sich ein durch Spenden aus dem Kirchenkreis unterstütztes Projekt zu einer Oase des Friedens entwickelt hat“

19 Oktober 2011 Noch kein Kommentar
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Eine Brücke aus dem evangelischen Kirchenkreis An Nahe und Glan in den Libanon schlug eine Gruppe von acht Jugendlichen und acht Erwachsenen auf einer Begegnungsreise in das Land im Nahen Osten. 

 

„Wir konnten sehen, wie sich ein durch Spenden aus dem Kirchenkreis unterstütztes Projekt zu einer Oase des Friedens entwickelt hat“, beschreibt Ausländerpfarrer Siegfried Pick einen bleibenden Eindruck der Reisegruppe.

 

Pick geht damit auf die Arbeit im „Haus des Friedens“ in der Nähe von Sidon ein. Das Begegnungszentrum für eine Vielzahl von Religionsgemeinschaften diente der Gruppe als Ausgangspunkt für ihre Besuche verschiedener Sozialprojekte, unter anderem auch im Palästinenser-Flüchtlingslager Shatilla. Die Reise des Kirchenkreises und der Evangelischen Erwachsenenbildung, unterstützt vom Bundesprogramm „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“, brachte den Teilnehmenden 15 Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen sowie Vertretern des religiösen und politischen Lebens und einer Vertreterin der UN-Friedenstruppe UNIFIL. „Man hat uns als Botschafter Europas betrachtet“, meint Siegfried Pick. So wurden tiefe Einblicke in die gesellschaftliche Struktur des Libanon möglich, der sozial tief gespalten und geprägt ist von einem stets gefährdeten gesellschaftlichen Frieden im Zusammenleben einer Vielzahl von Religionsgemeinschaften.

 

Christliche und muslimische Vereinigungen sowie große Hilfswerke wie „Brot für die Welt“ oder „Misereor“ kümmern sich allein um Benachteiligte wie Arme, Frauen, Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderungen. Der Staat hat sich aus dieser Verantwortung zurückgezogen. Einen besonders starken Eindruck hinterließ die Situation im Flüchtlingslager Shatilla. „300 000 Menschen leben seit 1948 in den Lagern – mittlerweile in der dritten Generation – und es gibt noch immer keine Lösung für ihr Problem“, erläutert Pfarrer Pick. Die Reisenden aus dem Kirchenkreis besuchten dort einen Kindergarten. Die dort beschäftigten Sozialarbeiterinnen kommen regelmäßig zur Fortbildung in das „Haus des Friedens“. Dort gibt es unter anderem Projekte zur Ausbildung von Flüchtlingskindern aus den Lagern. „Ihre einzige Chance auf ein besseres Leben ist eine gute Ausbildung“, betont Pick. An entsprechenden Projekten will sich der Kirchenkreis weiter mit Spenden beteiligen.

 

Einen Brückenschlag von Winzenheim in ein kleines Dorf in Libanon erlebte die Gruppe durch die Vermittlung der Familie El Chami, die seit vielen Jahren in dem Bad Kreuznacher Stadtteil wohnt. Angehörige von Mohamed El Chami engagieren sich dort in einem Sozialprojekt. „Wir wurden empfangen wie Freunde, es war eine der schönsten Begegnungen auf der Reise“, resümiert Siegfried Pick. Sein Ausblick lautet: „Wir hoffen, dass diese Reise keine Einbahnstraße war, und dass es Gegenbesuche geben wird.“

 

Die jungen Leute sind bereit, ihre Eindrücke aus dem Libanon in Gemeinden und Jugendgruppen zu schildern. Interessenten können sich im Ausländerpfarramt Bad Kreuznach melden, Telefon: 0671-8459152. Reiseeindrücke auch im Internet unter www.auslaenderpfarramt.de

Marion Unger

 

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