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Oberbürgermeisterin: Gedenken an die Opfer ist schmerzlich

30 Januar 2012 Noch kein Kommentar
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„Das Gedenken an die Opfer ist schmerzlich“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer am Mahnmal in der Kirschsteinlage anlässlich des Gedenkens an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Es waren schmerzliche Momente für die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gedenkens, Heinz Hesdörffer ist einer, der die Hölle von Auschwitz überlebte, las Passagen aus seinem Buch „Bekannte traf man viele.“  Die Oberbürgermeisterin begleitete ihn dabei, bei seinem Rückblick auf die unfassbaren Verbrechen der Nationalsozialisten, an die Leiden und Grausamkeiten in den Lagern bis hin zum Todesmarsch im April 1945: „Man kann kaum glauben, was Menschen Menschen antun können.“

 

Heinz Hesdörffer wurde 1923 in  Bad Kreuznach geboren. Seinem Vater gehörte eine Schokoladen-und Zuckerwarenfabrik im Zwingel. Mutter, Bruder und Onkel wurden im KZ ermordet.  Nach seiner Befreiung ging Hesdörffer zunächst nach Johannesburg, dann in die USA. Seit ein paar Jahren lebt er in Frankfurt und ist sehr als Zeitzeuge in Schulen und in Kirchengemeinden engagiert. „Im vergangenen Jahr hat er in Bad Kreuznach einen Verein mitbegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung lebendig zu halten.“, so die Oberbürgermeisterin,  Es ist unsere Aufgabe, die Wahrheit über die Trägodie des jüdischen Volkes und der anderen Opfer der Nazis an die folgenden Generationen weiterzugeben. Sie warnte vor der Ermüdung der Gedenkarbeit und verwies dabei auf erschreckende Untersuchungen. Jeder fünfte unter 30 Jahren weiß mit dem Begriff Auschwitz nichts anzufangen. Außerdem halten sich die Ressentiments gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Bevölkerung hartnäckig.

 

An das Schicksal der Opfer im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück erinnerten  Rektor Dieter Koch-Schumacher und Schüler der IGS Bad Kreuznach. Sie trugen drei von insgesamt mehr als 1200 Gedichten vor, die von 1939 bis 1945 von inhaftierten Frauen geschrieben wurden (Hoffnung aus „An meine Brüder im Konzentrationslager, von Käthe Leichter,  „Arbeit“, von Alice Lesser und  „Ankunft“ von Micheline Maurel). Zu den Überlebenden von Ravensbrück gehörte auch Hildegard Schäfer (1918-1995) aus Bad Kreuznach. Nach der kämpferischen Antifaschistin und engagierten Zeitzeugin hat die Stadt in dieser Woche im Neubaugebiet „Rheingrafenblick“ eine Straße benannt.

 

Für den musikalischen Rahmen des Gedenkens sorgte Petra Grumbach.

 
 
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