Qualitätsstandards sind auch bei praktizierter Nächstenliebe unverzichtbar
„sozialstation nahe“ freut sich über erfolgreiche Zertifizierung und vorbildliches Abschneiden bei MDK-Prüfung 
KREIS BAD KREUZNACH. Die Einhaltung von klar definierten Qualitätskriterien ist bei der Pflege von alten und kranken Menschen ebenso wichtig wie engagierte, einfühlsame Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund ließ sich die gemeinnützige „sozialstation nahe“ durch die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) gemäß DIN-EN-ISO 9001 zertifizieren. Dank eines vorab eingerichteten, hauseigenen Qualitätsmanagementsystems übertraf die Sozialstation bereits die entsprechenden Vorgaben in einigen Bereichen. Die Zertifizierung konnte erfolgreich abgeschlossen werden, was jetzt mit Gästen und Mitarbeitenden im Bad Sobernheimer Kaisersaal gebührend gefeiert wurde.
Dr. Markus Maria Schmidt und dessen Kollegin Susanne Haiber von der DQS nahmen das interne Qualitätsmanagementsystem der ökumenischen Sozialstation unter die Lupe und stellten dabei fest, dass dieses bereits sehr umfassend arbeitet und schon deutlich über die Vorgaben der ISO-Norm hinausreicht. Zusätzliche Bereiche wie Hygiene, Lebensmittelhygiene und Datenschutz sind vorbildlich geregelt. Sämtliche Vorgaben würden durch qualifizierte, kompetente und engagierte Mitarbeiter umgesetzt, damit Patienten diese Qualität auch in der Wirklichkeit erleben, bestätigte Dr. Schmidt.
„Wir betreuen derzeit mit 260 Mitarbeitenden rund 1200 Patienten in den Verbandsgemeinden Kirn-Land, Bad Sobernheim, Meisenheim, Rüdesheim und Stromberg. Rund 1,5 Millionen Kilometer pro Jahr legen dabei unsere 80 Autos zurück“, informierte Stefan Hasslinger, der als Geschäftsführer der Sozialstation die Gäste willkommen hieß. Er erinnerte daran, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) bereits Ende 2011 die Leistungen der Pflegedienststation in Kirn mit der Traumnote 1,1 bewertet habe. Nun sei das hauseigene Qualitätsmanagementsystem durch das renommierte Zertifizierungsinstitut DQS bestätigt worden. Hasslinger sprach sich für ein Umdenken im Bereich der Pflegeversicherung aus: Es könnten nicht immer mehr und immer bessere Leistungen erbracht werden, wenn die Bezahlung durch die Kassen und eine angemessene Entlohnung der Mitarbeiter damit nicht Schritt halte.
Superintendent Marcus Harke überbrachte die Glückwünsche des evangelischen Kirchenkreises: „Im Qualitätsmanagement wird Kirche sichtbar“, sagte er. Der stellvertretende Dechant Thomas Müller gratulierte für das katholische Dekanat Bad Kreuznach. Er verglich die Zertifizierung mit dem Abitur – „das wirkliche Leben folgt dann erst“.
Mit sehr persönlichen Überlegungen zum Thema, was er sich für sein späteres Leben als alter und kranker Mensch erhoffe, konnte Pfarrer Dietrich Humrich seine Zuhörer nachhaltig beeindrucken: Am Beispiel des barmherzigen Samariters verdeutlichte er, was Nächstenliebe im Alltag und speziell im Umgang mit alt gewordenen Menschen bedeutet. „Die Menschen, die vor Ort Dienst tun, müssen sich verantwortlich fühlen für die Nächstenliebe“, forderte er. Die Belastung der Pflegekräfte sei hoch, die Bezahlung nicht sonderlich attraktiv. Dennoch brauche es Professionalität – „der gute Wille allein reicht nicht“, gab das jüngst pensionierte Vorstandsmitglied der „kreuznacher diakonie“ zu bedenken. An die Mitarbeitenden der Sozialstation appellierte er, allen Patienten stets als Persönlichkeiten mit eigener Biografie zu begegnen und ihnen so viel Autonomie und Selbstbestimmung wie möglich zu lassen.
„Sie können ihre Angehörigen getrost der ökumenischen Sozialstation anvertrauen. Sie werden auf höchstem Qualitätsniveau versorgt sowie fürsorglich und liebevoll betreut.“ Das versprach Otmar Steeg, der Aufsichtsratsvorsitzende der „sozialstation nahe“ mit Blick auf die Bestnote bei der MDK-Prüfung und die erfolgreiche Zertifizierung. Im Namen des Aufsichtsrats und der drei Trägervereine dankte Steeg den Führungskräften und Mitarbeitenden der Sozialstation für deren „verlässliche Arbeit in der Pflege“ und die gemeinsamen Anstrengungen zur Qualitätssicherung. Aber auch die pflegenden Angehörigen dürfe man nicht vergessen: „Sie sind die wahren Helden unserer Gesellschaft“, sagte Steeg. Die Sozialstation weite deshalb ständig ihr Angebot an Betreuungsgruppen aus, um stunden- oder tageweise die Angehörigen von Demenz- oder Parkinson-Patienten zu entlasten. Dies sei nur mit Unterstützung von Spendern und Sponsoren sowie des Fördervereins „Aktion Füreinander“ möglich, denen Steeg besonders dankte.
Das „Wilimowski-Trio“, bestehend aus Dr. Otmar Wilimowski, Herwig Mayerhofer und Wolfgang Raab, gestaltete den musikalischen Rahmen der Feierstunde.
Weitere Infos: www.sozialstation-nahe.de
KruppPRESSE -Bildtext:
Dr. Markus Maria Schmidt (rechts) und dessen Mitarbeiterin Susanne Haiber (2. von rechts) überreichten die Zertifizierungsurkunde der DQS an das Führungsteam der „sozialstation nahe“: (von links) Qualitätsmanagement-Leiterin Patrizia Stein, Geschäftsführer Stefan Hasslinger sowie die Pflegdienstleiter Alexander Franzmann (Bad Sobernheim), Udo Brück (Kirn) und Corinna Wirth (Hargesheim).




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